Leseschnipsel aus dem Kurs "Kreatives Schreiben"

8. Aufgabe Leseschnipsel: 
Schreibe einen kurzen Text mit Metaphern/Symbolen

Schweißgebadet und steif, wie ein Brett sitzt Anna auf ihrer Bettkante. Sie schnappt nach Luft wie ein Fisch, der kurz an die Oberfläche des Wassers kommt. 

Dieser Albtraum, der sie nicht loslässt, der immer wieder kommt wie ein Bumerang. 

Es zieht sie in ein Labyrinth, in das sie sich immer wieder findet, um sich erneut darin zu verirren. Ein Labyrinth aus Schatten, Flammen, Hitze, Rauchschwaden und … Schreie. Sind es Schreie aus ihr selbst oder Schreie, die sie hört? Sie weiß es nicht. Sie versucht zu flüchten. Aber am Rande der Nacht scheitert sie immer wieder und ihre Angst öffnet sich erneut. Sie weiß genau, wie dieser Traum des Schmerzes abläuft, wie sie versucht, zu fliehen. Dann die Angst, die wie ein schwarzer Rauch in ihr Zimmer zieht und sie einhüllt. Ihr den Atem nimmt. 

Anna hält ihre Hände an ihren Kopf, versucht, die Gedanken herauszuquetschen wie eine Apfelsine, die man auspresst.  

Sie zittert, spürt den klebrigen Schweiß an ihrem Körper, das anhaftende Shirt, das wie eine zweite Haut an ihr festsitzt. 

Einatmen … ausatmen … ruhig atmen. Dann wird es besser, versucht sie sich zu beruhigen. Schaffe ich es jemals, diesen Albträumen zu entrinnen? Wenn ich doch wüsste, woher sie kommen? Sie hat schon so häufig darüber gegrübelt, tappt noch immer im Dunkeln. 

Da ist etwas in ihr, ganz tief verborgen, was sich versteckt und sich nicht zeigen will. Vielleicht aus ihrer frühen Kindheit? 

Oder hat sie sich in diese fixe Idee verrannt? Als säße sie in einem Keller im Haus ihrer Nacht. Die Türen versteckter Erinnerungen müssen aufgestoßen werden, damit das Licht der Einsicht einfallen kann. Bis dahin tobt der Stum weiterhin hinter der Wand. 

Manchmal kommt Anna sich so verloren, elternlos und einsam vor, eine ewig Suchende, aber niemals ein Mensch, der ankommt. Es ist, als wären in ihrem Bauch nur Fragezeichen. Sie lebt ihr Leben, ja, und ihr Job als Polizistin gefällt ihr.  

Ja, und sie ist froh, dass sie Lara, ihre einzige und wahre Freundin, hat, mit der sie durch dick und dünn geht. Auch Ray gibt es in ihrem Leben, ein Kollege ihres verstorbenen Vaters. Er ist ihr Zieh-Onkel gewesen, nachdem sie als sechsjährige beide Eltern bei dem Hausbrand damals verloren hat. Das ist ihre kleine überschaubare Welt. 

Die Anspannung klingt langsam ab. Sie kann sogar etwas lächeln. Irgendwie bewege ich mich durch meine Stadt von Schatten, in der nur zwei vertraute Gesichter wie Leuchttürme sind, der Rest der Welt ist Verdacht, Zweifel, verschlossen hinter einer Tür, die nie ganz aufgeht. 

Anna steht auf, schlurft in die Küche und macht sich träge eine Tasse Kaffee. Die Hände am Küchentresen abgestützt, beobachtet sie die brodelnde und dampfende Küchenmaschine.  

Sie seufzt, fährt über ihre Haare und wendet sich dann zum Badezimmer.  

Eine kalte Dusche, das ist genau das Richtige jetzt., denkt sie.  

Danach macht sie sich fertig für den Tag, schlüpft in ihre Dienstkleidung. Auf weibliche Kleidung legt sie keinen Wert. Funktional und sauber, das reicht., denkt sie. 

Sie schenkt sich eine Tasse Kaffee ein, schwarz, ohne Milch und Zucker, und schaut danach aus ihrem Küchenfenster. Ihr Kopf ist leer.  

Sie seufzt. Hoffentlich vertreibt der Kaffee meine leichten Kopfschmerzen, denkt sie.  

Nach dem letzten Schluck stellt sie die Tasse in die Spüle, zieht den Stecker der Kaffeemaschine, nimmt ihren Wohnungsschlüssel aus der hölzernen Schale von der Anrichte. 

Sie meidet den Blick in den Spiegel, verlässt die Wohnung, schließt zweimal ab. 

Dann läuft sie die Treppen des Acht-Parteien-Hauses hinunter, um ihre Freundin Lara zur Lagebesprechung im Büro zu treffen.  

Beim Hinaustreten aus dem Haus grüßt sie die neunzigjährige Mieterin vom ersten Stock und hält ihr die Tür auf, damit sie mit dem Rollator hindurch kommt. 

 

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