
Leseschnipsel aus dem Kurs "Kreatives Schreiben"
Aufgabe: Kombiniere zwei beliebige Sprichwörter miteinander.
(Ich habe mir 20 beliebige Sprichwörter aufgeschrieben, diese auf Zettel geschrieben und zwei daraus gezogen.)
1. Sprichwort: Da wird der Hund in der Pfanne verrückt.
2. Sprichwort: Ich glaub mein Schwein pfeift.
„Genug!", rief der alte Mann, sein Kopf war rot vor Aufregung. Das tat seinem Blutdruck gar nicht gut. Schon wieder hatten sie e s getan. Die machen mich noch bekloppt, dachte er. Kater Karlson huschte Deckung suchend zwischen den Beinen seines genervten „Dosenöffners" hindurch und versteckte sich hinter dem Ofen. Dort verharrte er erstmal und regte sich nicht weiter.
Der Wind pfiff außerhalb des Hauses und es zog kalt unter der Tür her. Das Holz knisterte im Kamin und verbreitete in der Stube eine angenehme Wärme. Ole, der treue braun-zottelige Begleiter des Ergrauten tapste müde Richtung Kamin und ließ sich dort seufzend nieder.
Der Alte stemmte die Hände in die Hüften. Er musste seinen Ärger loswerden. „Ole!", schimpfte er. „Du hast nichts im Schrank zu suchen, und das bedeutet: Nicht bei den Töpfen oder Pfannen. Wie bist du denn da schon wieder reingekommen? Wie kommst du auf die verrückte Idee, dich immer wieder in die alte Pfanne zu legen?"
Dann wandte er sich dem Kater zu, der vorsichtig hinter dem Ofen her lugte. „Karlson!", sprach er. „Alter Banause, wo bist du?" Der Alte blickte sich suchend um und fand den Kater hinter dem Ofen kauernd. Karlson legte den Kopf schief und sah ihn unschuldig an. Der Alte schüttelte den Kopf. „Sag mal, hast du Ole wieder durchs Haus gejagt und dann in den Schrank gescheucht? Wie schaffst d u verrücktes Tier, die Tür auch noch z u schließen? Ich war doch nur ein paar Minuten draußen vor der Tür, um Holz zu holen."
Er seufzte tief und dachte: Kein Wunder, da wird der Hund in der Pfanne verrückt! Die beiden Tiere schauten sich an, Karlson blickte unschuldig, aber wie immer mit einem Schalk im Nacken. Ole ergab sich seinem Schicksal. E r legte den Kopf auf den Boden und schloss die Augen. Plötzlich hob Ole seinen Kopf und blickte zur Tür, dann sah er den Alten erwartungsvoll an und wedelte leicht mit dem Schwanz.
Der Alte blickte auf. „Was war das für ein Geräusch?", murmelte er. Er schlurfte mit seinen alten Schlappen über den knarrenden Holzfußboden zur Tür. Das Geräusch wurde immer lauter. Das muss von draußen kommen, dachte der Alte. Da ist etwas direkt vor der Tür. Merkwürdig. Er zog sich seine dicke Weste an, Ole kläffte ein paar Mal und stellte sich dann hinter den Alten und schaute diesen erwartungsvoll an.
Der Kater lugte neugierig um die Ecke, als der Alte die Holztür mit einem scharrenden Geräusch langsam öffnete. Er riss überrascht seine Augen auf und fiel dann in ein lautes und vergnügtes Gelächter. Da stand doch glatt sein ausgebüxtes Hausschwein „Lieselotte" vor der Haustür und quietsche pfeifend munter vor sich her. Der Alte fasste sich lachend an den Kopf und ließ Lieselotte in die Diele hineinlaufen.
„Ich glaub, mein Schwein pfeift!" rief er und schloss die Tür hinter sich.